80 Jahre Befreiung | Augsburg und Bayerischer Landtag setzen gemeinsames Zeichen gegen das Vergessen

Mit einem eindrucksvollen Festakt erinnerten die Stadt Augsburg und der Bayerische Landtag gemeinsam an den 8. Mai 1945 – den Tag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Die Veranstaltung verband das historische Datum mit einem aktuellen Appell für Frieden, Demokratie und Menschenrechte.

Ein historischer Bogen von 1650 bis 1945

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber hob in ihrer Begrüßung die besondere Symbolkraft des Ortes hervor: „Dass der gemeinsame Festakt in Augsburg stattfindet, ist eine große Ehre, aber auch kein Zufall.“ Die Stadt feiert in diesem Jahr das 375. Jubiläum des Hohen Friedensfestes, das auf das Jahr 1650 zurückgeht. Gemeinsam mit dem Gedenken an das Kriegsende 1945 spanne man „einen großen Bogen“ über die Friedensgeschichte, so Weber.

OB Weber | Foto: Wolfgang Czech

Sie machte deutlich, dass Erinnern allein nicht genügt: „Frieden, Freiheit und Demokratie werden nicht nur mit schönen Worten verteidigt. Sondern mit Haltung und mit Taten.“
Der 8. Mai sei kein Pflichttermin, sondern ein dringlicher Aufruf: „Dieser 80. Jahrestag ist mehr denn je ein Aufruf, sich aktiv für das, was die Menschen in diesem Land nach 1945 erarbeitet, aufgebaut und erreicht haben, einzusetzen.“
Frieden ist eine Entscheidung

Die Festrede hielt Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Düzen Tekkal, die in bewegenden Worten die Bedeutung von Verantwortung und Engagement betonte: „Heute müssen wir uns erneut bewusst machen, was Frieden wirklich bedeutet: Verantwortung. Handeln. Zusammenhalt. Begegnung.“

Düzen Tekkai, die Festrednerin zum Festakt „80 Jahre Kriegsende und Befreiung. Autorin, Journalistin , Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin beeindruckte mit ihrer Rede | Foto: Wolfgang Czech

Frieden sei kein Zustand, sondern eine tägliche Entscheidung: „Eine Entscheidung, nicht wegzusehen, wenn Menschenfeindlichkeit laut wird. Eine Entscheidung, für die einzustehen, die bedroht oder ausgegrenzt werden. Eine Entscheidung, für Demokratie und Menschenrechte zu kämpfen – auch wenn es unbequem wird, auch wenn es schmerzt.“

Am Ende ihrer Rede erinnerte Tekkal eindringlich: „Wir sind Teil der Geschichte von morgen! Und es liegt an uns, wie diese Geschichte weitergeschrieben wird.“

Erinnerung als Grundlage der Demokratie

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner betonte die Bedeutung des Gedenkens für das demokratische Selbstverständnis: „Wie sehr hatten wir gehofft, dass die Geschichte, die Erinnerung, Impfstoff sein könnte. […] Wir haben uns getäuscht!“

Landtagspräsidentin Aigner | Foto: Wolfgang Czech

Doch gerade weil aktuelle Entwicklungen Erinnerungen an die Vergangenheit wachriefen, sei die Kraft der Erinnerung entscheidend.

„Ich bin mir sicher: Unser historisches Bewusstsein – all das ist das Fundament unserer Demokratie!“

Mit Blick auf die Gegenwart rief Aigner dazu auf, klare Position zu beziehen: „Legen wir also all unser Gewicht in die Schale, um die Waage auf die Seite der Freiheit und der Demokratie und der Menschlichkeit zu bewegen!“

Musikalischer Rahmen mit Augsburger Beteiligung

Für die musikalische Umrahmung des Festakts sorgten die Bigband des Gymnasiums bei St. Stephan, die Young Rappers of Augsburg sowie die Band „Swing tanzen verboten!“. Auch der US-Generalkonsul Dr. James Miller war mit einem Grußwort vertreten und betonte die deutsch-amerikanische Verbundenheit in der Erinnerungskultur.

Die Veranstaltung war nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern ein starkes politisches und gesellschaftliches Signal: Frieden ist kein Geschenk – er muss täglich neu verteidigt werden.

Presse Augsburg
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