Die Freien Wähler (FW) haben ambitionierte Ziele für die Bundestagswahl im Februar: Mit mindestens drei Direktmandaten wollen sie erstmals in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen. Vergangene Woche präsentierten FW-Chef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sowie der schwäbische Bezirksvorsitzende und Digitalminister Fabian Mehring ihre Spitzenkandidaten aus Bayern. Besonders im Fokus: die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller und Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle.
„Erfahrung aus der Praxis für den Bundestag“
Die Freien Wähler positionieren sich als Partei der Kommunalpolitiker und Bürgermeister. Digitalminister Fabian Mehring betonte, dass Entscheidungen auf Bundesebene häufig ohne Berücksichtigung der praktischen Auswirkungen vor Ort getroffen würden. „Wir müssen in der Asyl- oder Krankenhauspolitik oft die Folgen von Fehlentscheidungen aus Berlin ausbaden“, kritisierte Mehring. Deshalb entsenden die Freien Wähler nun erfahrene Kommunalpolitiker, die wissen, wie ihre Beschlüsse vor Ort wirken.
Mit dieser Strategie wollen die Freien Wähler nicht nur politische Kompetenz beweisen, sondern auch neue Wählergruppen ansprechen. Mehring versprach zudem, dass Schwaben in den kommenden Wochen weitere prominente Kandidaten aufstellen werde.
Krumpholz: Experte für Verteidigungspolitik
Ein besonderer Kandidat wurde bereits bekannt gegeben: Otmar Krumpholz, Präsident der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV), soll im Wahlkreis Augsburg-Land/Aichach-Friedberg antreten. Der 46-Jährige bringt umfassende Expertise in der Verteidigungspolitik mit, sowohl aus seiner Funktion bei der BKV mit 70.000 Mitgliedern als auch aus Berliner Beiratsgremien der Reservisten.
Neben seinem ehrenamtlichen Engagement ist Krumpholz in der Auftragsabwicklung eines großen Motorenherstellers tätig und in der Region als Leiter der bekannten Festwoche Thierhaupten ein Begriff. Seine Kandidatur soll der FW eine Stimme für sicherheitspolitische Themen im Bundestag sichern. „Mit Krumpholz haben wir einen Experten, der bestens für die neue Verantwortung der Bundeswehr auf Bundesebene gerüstet ist“, erklärte Mehring.

Klarer Fokus auf Verteidigung und Sicherheit
Krumpholz selbst sieht seine Kandidatur als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen: „Unsere Zeit ist von multiplen Krisen geprägt. Verteidigungspolitik wird eine zentrale Rolle spielen. Mit meinen Erfahrungen möchte ich dazu beitragen, dass wir in Berlin die richtigen Entscheidungen treffen.“
Die offizielle Nominierungsversammlung für Krumpholz ist für den 29. November geplant. Er wird sich dort als Herausforderer des amtierenden CSU-Abgeordneten Hansjörg Durz positionieren.
Mit dieser Kombination aus kommunaler Erfahrung und fachlicher Expertise wollen die Freien Wähler ihre bundespolitische Präsenz stärken und eine neue Dynamik in den Bundestag bringen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die strategische Kandidatenaufstellung den erhofften Erfolg bringt.


