Ein verletzter Biber im Gleisbereich des Bahnhofs Türkenfeld führte am Freitagmorgen (26. Juni) zu einem Einsatz der Bundespolizei. Mehrere Schulkinder beobachteten, wie das Tier von einem Zug erfasst wurde, woraufhin der Bahnverkehr kurzfristig eingestellt werden musste, um zu verhindern, dass die Kinder den Biber selbst bergen.
Gleissperrung zur Sicherheit der Kinder
Am Morgen ging ein Notruf bei der Polizei ein: Ein Biber befand sich im Gleisbereich des Bahnhofs Türkenfeld. Noch bevor die Einsatzkräfte eintrafen, wurde das Tier von einem Zug in Richtung München erfasst und ein Teil seines Schwänzes abgetrennt. Glücklicherweise überlebte der Biber den Unfall. Mehrere Schülerinnen und Schüler der 6. bis 8. Jahrgangsstufe beobachteten den Vorfall und standen kurz davor, den Biber eigenständig zu retten. Aus Sicherheitsgründen wurden die Gleise zwischen Grafrath und Geltendorf von 08:27 Uhr bis 08:49 Uhr gesperrt.
Rettungseinsatz und Folgen
Die Bundespolizei barg das verletzte Tier aus dem Gefahrenbereich und setzte sich mit der zuständigen Biberbeauftragten des Landkreises Fürstenfeldbruck in Verbindung. Der Biber, eine Biberdame, wurde in die Wildtierauffangstation in Fürstenfeldbruck gebracht und auf den Namen “Barbara” getauft. Die Tierärztin schätzt ihre Überlebenschancen als gut ein.
Psychologische Betreuung und weitere Maßnahmen
Zahlreiche Schulkinder erlebten das Geschehen mit und waren beim Eintreffen der Polizei sichtlich aufgelöst. Der Leiter der Grund- und Mittelschule Türkenfeld organisierte weitere psychologische Betreuungsangebote für die Kinder. Zudem bot die Tierärztin der Schule eine Besuchsmöglichkeit in der Auffangstation an. Der Vorfall führte zu bahnbetrieblichen Auswirkungen, inklusive 89 Verspätungsminuten und vier Teilausfällen bei neun betroffenen Zügen.
Langfristig ist geplant, die Biberdame nach ihrer Genesung nach Frankreich zu bringen, da dort geeignete Lebensräume zur Verfügung stehen. In der Region kommt es aufgrund begrenzter Reviere häufiger zu Kämpfen unter Bibern.
Präventionshinweis der Bundespolizei: Die Bundespolizei mahnt eindringlich, Gleisanlagen nicht zu betreten, auch nicht um verletzte Tiere oder persönliche Gegenstände zu bergen. Züge nähern sich oft lautlos und können nicht rechtzeitig bremsen. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren an Bahnanlagen aufklären und sie anweisen, in Notfällen die Polizei oder Bahnmitarbeiter zu informieren.

