Die Nürnberger Wirtschaftsweise Veronika Grimm lehnt einen Rücktritt wegen ihrer möglichen Doppelrolle als Aufsichtsrätin von Siemens Energy ab. „Auch wenn die Zeiten aktuell stürmischer werden, werde ich mein Mandat weiterhin gewissenhaft wahrnehmen“, sagte Grimm dem Wirtschaftsmagazin Capital. Sie wolle weitermachen.

Grimm erneuerte ihre Position, dass sich beide Mandate miteinander vereinen lassen. In der Vergangenheit habe es ähnliche Präzedenzfälle gegeben. Auf die Frage, ob sie im Falle einer Doppelrolle dennoch werturteilsfrei energiepolitische Fragen beantworten könne, sagte Grimm: „Auf Basis meiner wissenschaftlichen Expertise und meiner Arbeiten zu Energiesystemen und -märkten kann ich natürlich zur Debatte beitragen. Natürlich würde ich mich in dieser Doppelfunktion nicht zu Angelegenheiten öffentlich positionieren, die das Unternehmen direkt betreffen.“
Eine weitere Zusammenarbeit im Sachverständigenrat kann sich Grimm „natürlich“ vorstellen. Sie verwies darauf, dass die Mitglieder des Sachverständigenrats jeweils für fünf Jahre berufen seien. „Es ist aus gutem Grund nicht vorgesehen, dass die Politik Mitglieder des Sachverständigenrats während ihrer Amtszeit abberuft: damit dieses Gremium unabhängig beraten kann und eben nicht unter dem Druck steht, nur eine bestimmte, gewünschte Meinung zum Ausdruck zu bringen.“ Es sei gut, wenn Wissenschaftler durch verschiedene Funktionen – auch in der Wirtschaft – aus dem Glaskasten herauskommen und so die Einschätzung von Sachverhalten geschärft würden, so Grimm.




